Ein kleiner Eingriff, der
Hoffnung fürs Leben schenkt ...


HILFE VOR ORT

 

Im Gesundheitsbereich wurden in Vietnam in den letzten zehn Jahren deutliche Fortschritte erzielt. Dies wird beispielsweise an der durchschnittlichen Lebenserwartung (70 Jahre), der durchschnittlichen Kindersterblichkeit (drei pro hundert Lebendgeburten) und der aktuellen Impfrate bei Kindern (etwa 89 Prozent) ersichtlich. Obwohl Vietnam als Malariagebiet gilt, konnte die Regierung durch den Einsatz von pharmazeutischen Mitteln eine Bedrohung der Volksgesundheit abwehren. In den Städten konnte die Verbreitung der Krankheit soweit bekämpft werden, dass beispielsweise Hanoi als malariafrei gilt. Auch auf den SARS-Virus oder die Vogelgrippe hat Vietnam angemessen reagiert und eine bedrohliche Verbreitung vermieden. Dieser Aufschwung im Gesundheitssystem wurde nicht zuletzt durch Unterstützung durch internationale Vereine und Projekte ermöglicht.

Doch auf vielen Gebieten gibt es weiterhin Missstände, die in der Vergangenheit nur unzureichend bekämpft werden konnten. Zum einen gehört die Anwendung von Verhütungsmethoden dazu. Die Bevölkerung Vietnams hat sich in den letzten dreißig Jahren fast verdoppelt. Die oben genannte geringe Kindersterblichkeitsrate, sowie die hohen Fruchtbarkeitsraten der letzten Jahrzehnte (z.B. 3,8 Geburten pro Frau in 1989) haben ebenfalls dazu beigetragen. Durch die fehlende beziehungsweise fehlerhafte Anwendung von Verhütungsmitteln entscheiden sich Frauen in Vietnam vermehrt für eine Abtreibung, sodass die Abtreibungsrate bei 2,5 Schwangerschaftsabbrüchen pro Frau gestiegen ist. Dies ist weltweit eine der höchsten Abtreibungsraten. Jede dieser Abtreibungen stellt eine schwere psychische Belastung dar und ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Durch die mangelnde Verhütung und den Konsum intravenöser Drogen breitet sich HIV/ AIDS immer weiter aus.

Biologische Waffen wie zum Beispiel "Agent Orange", das während des Vietnamkrieges als Entlaubungsmittel eingesetzt wurden, hinterlassen noch heute Spuren im Gesundheitssystem des Landes. Über die Nahrungskette werden dioxinhaltige Substanzen aufgenommen, die Schädigungen des Erbguts hervorrufen können. Die Zahl der Fehlgeburten einerseits, sowie die Anzahl von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen, wie beispielsweise Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten ist besonders hoch. Eine Behandlung ist teuer und oft mit weiten Reisen nach in die Behandlungszentren nach Hanoi oder Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) verbunden. 

Aufgrund dieser schwierigen Situation wurde auf Initiative des in Deutschland lebenden vietnamesischen Arztes für Mund-Kiefer- Gesichtschirurgie, Khue Do-Quang im Jahre 1995 die deutsch-vietnamesische Gesellschaft zur Förderung der Medizin in Vietnam e.V. (DEVIEMED) gegründet. Zielsetzung des gemeinnützigen Vereins ist es, vor Ort bei Patienten mit angeborenen Fehlbildungen des Gesichtes humanitäre medizinische Hilfe zu leisten. Realisiert wird diese Hilfe durch humanitäre Einsätze von interdisziplinären Ärzteteams zweimal im Jahr. Diese Teams bestehen im Gegensatz zu vielen anderen humanitären Hilfsprojekten ausschließlich aus renomierten Fachärzten/-innen aller zur Spaltversorgung notwendigen Fachdisziplinen. Im Rahmen dieser Einsätze konnte seit 2010 der Aufbau eines interdisziplinären Spaltzentrums an der Rehabilitationsklinik Da Nang realisiert werden, sodass eine nachhaltige, interdisziplinäre Versorgung von bis zu 200 Kindern pro Jahr mit Spaltfehlbildungen ermöglicht werden konnte.

Einsatzberichte

Kann man machen, muss man aber nicht!
(Motto des Septembereinsatzes 2019...)

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